sonja

Hallo, schön, dass Du Dich für Yoga interessierst.

 

In fast jedem Portrait über Yogalehrer liest man, dass Yoga geholfen hat ihren Weg zu gehen. Es ist ein Weg. Yoga ist ein Weg, das Leben ist ein Weg. Bin ich angekommen? Nein. Hilft Yoga?

Nach 30 Jahren Berufsleben war ich 2017 an einem Punkt angelangt, an dem die Unzufriedenheit und die Frustration im Job nicht mehr auszuhalten waren. Ich kündigte. Ohne neuen Job, ohne Idee wie es weitergeht, aber mit einem finanziellen Polster, das mir Sicherheit gab.

Ich bin sicherlich kein leichtfertiger Mensch. Sicherheitsbewusst, Existenzliebend. Viele zollten mir hohen Respekt für diesen Mut. Aber es war kein Mut mehr. Es war ein Befreiungsschlag, wie er besser und heilender nicht sein konnte.

Ein Jahr ließ ich mir Zeit. Zur Ruhe, zu mir selbst zu finden. Wer bin ich, was will ich überhaupt und was könnte ein Beruf sein, der mir Spaß macht? Es war ein schönes Jahr, nicht arbeiten zu müssen, diesem ewigen Kreislauf einmal den Rücken kehren, keine Frage. Dennoch war im Hinterstübchen immer die Frage: Und dann??

Hat Yoga mir in diesem Jahr geholfen? Bestimmt. Ich habe zwar weder den Handstand gelernt, noch kann ich die Beine hinter den Kopf binden. Darum geht es aber auch gar nicht.

Es geht darum sich zu spüren, hinzuhören. Unser Körper, unser Geist gibt uns ständig Signale. Wir hören nicht hin. Oder erst, wenn es zu spät ist. Durch die Yogapraxis lernt man hinzuspüren. In den Körper hinein.

Wie viele Burnout Fälle oder andere psychosomatischen Erschöpfungszustände könnten vermieden werden, wenn wir hinhören. Tun, was uns gut tut. Die Bremse ziehen, wenn von außen Zuviel an uns gezogen wird oder auf uns hereinprasselt. Reha ist langwierig, der Weg zurück in den Job schwer. Lieber vorbeugen. Prävention das Stichwort. Soweit kam es bei mir Gottseidank nicht.

Nach ziemlich genau einem Jahr saßen wir mit meinem Freund bei unserem Lieblingsitaliener und er warf den Begriff „Ergotherapeut“ in den Raum. Am nächsten Tag sprach ich bei der Schule für Ergotherapie vor und 14 Tage später begann die Ausbildung. Es ist kein Zuckerschlecken mit fast 50 nochmals die Schulbank zu drücken und zu pauken. Aber es erfüllt mich, interessiert mich und ich habe danach die Chance in einem Beruf mit Menschen zu arbeiten und Ihnen wieder ein sinngebendes Handeln zu ermöglichen.

Das ist eine wunderbare Ergänzung zum Yoga unterrichten und ich freue mich über alle, die ich auf diesem Weg ein Stück begleiten darf.

Hat Yoga mir hierbei geholfen? Ich denke ja.