Von Yogamatten und Kartoffelsalat

Du hast während oder nach der Yogastunde Schmerzen im Handgelenk? Die Knie tun weh schon beim Gedanken an den Ausfallschritt? In letzter Zeit ist mir das bei Schülern immer wieder begegnet und in meinen Einzelstunden versuche ich ja für jeden individuell die optimalen Alternativen und Abwandlungen zu finden, dies zu vermeiden. Das ist in diesem speziellen Fall oftmals aber gar nicht nötig.  Der Hase liegt woanders im Pfeffer bzw. vor mir auf dem Boden. Die Yogamatte!

Keine Sorge, dies wird kein Yogamatten Test. Erstens bezahlt mich niemand dafür, noch habe ich Matten von Herstellern zum Test bekommen. Und zweitens:  Frage 10 Yogalehrer und Du bekommst 15 verschiedene Matten empfohlen. Es ist sehr persönlich und individuell.

Ein kurzer Test mit meinen doch recht unempfindlichen Knien und geübten Handgelenken und ich spüre nach kürzester Zeit im herabschauenden Hund oder Kniestand, dass die Matte der Übeltäter ist. Weder zu weiche noch zu dünne, aber auch zu knautschige Matten sind den Gelenken zuträglich. Egal ob Knie oder Hand. Immer das, was gerade unser Gewicht trägt, muss leiden.

Von günstig bis teuer gibt es alles und teuer ist nicht gleich gut. Neulich wurde auf einer Matte geübt die aussah wie ein orientalischer Flugteppich.  Très chic.. Allerdings wurde hier während des Sonnengrußes permanent mit der Decke hantiert um die Knie zu polstern. Auch nicht wirklich eine flüssige Praxis.

Andere Matten eignen sich hervorragend um ein Feierabend Bier auf der Wiese zu trinken, nicht aber um Yoga zu üben.  Wenn jemand mit so etwas in meine Stunden kommt bin ich gnadenlos, werfe das Ding in die Ecke und schiebe meine private Matte unter Hände und Füße. Yoga soll Spaß machen und das tut es nicht, in der ersten Stunde beim  Krieger die Matte 50 cm länger wird oder wie ein Surfbrett über den Parkbettboden gleitet. Dass wir die Adduktoren kräftigen müssen, tut hier dann erstmal nichts zur Sache. Auch zu weiche, dicke Pilatesmatten sind nicht  wirklich für Yoga geeignet (s.o. Handgelenke).

Sportartikelhersteller sind darauf spezialisiert, hervorragende Laufschuhe auszutüfteln. Oder Tennisschläger. Das ist ihr Steckenpferd. Discounter nehmen alles ins Programm, was sich schnell mitverkaufen lässt. Yogamatten werden gerne genommen, weil hier momentan Geld zu machen ist mit der stetig wachsenden Yogaindustrie.

Es gibt hochpreisige Yogamatten von speziellen Yogaherstellern. Schwer wie Hinkelsteine und super haftend, oder schön rau und griffig gibt es aus Naturkautschuk.  Fußpeeling inbegriffen. Allerdings ist es hier dann ratsam, die Matte nach der Praxis mit den Mattensprays zu reinigen, die in den Studios stehen (sollten).  Damit hast Du Deine Hornhaut beim nächsten Mal nicht an der Stirn kleben. – Kurzer Ausflug in die Mattenhygiene –  Allein schon aus hygienischen Gründen empfehle ich also meinen Teilnehmern, sich eigene Matten anzuschaffen.

Und die Moral von der Geschicht‘? Glaube anderen Leuten nicht.

Yogamatten sind etwas sehr individuelles und ich ermutige meine Teilnehmer, einfach nach der Stunde mal den Nachbarn zu fragen, ob man einen kurzen Test machen kann oder leihe meine aus und das gibt oft schon Aha-Effekte und Aufschluss. Die teuerste Matte kann genau für Dich nicht passen.

Was das jetzt mit Kartoffelsalat zu tun hat? Mein Freund macht den besten! Finde ich…..